back to normal (Tag -3)

Angst vor dem „Normalen“

Bevor ich mich jeweils erinnere, es selbst in der Hand zu haben und meine Wirklichkeit selbst zu gestalten, habe ich manchmal davor Angst, dass mit dem Ende dieser besonderen Zeit alles einfach wieder „normal“ wird. Dass die Kinder endlich wieder in die Schulen und Kindergärten gesteckt werden – damit sie nicht stören –, dass die Menschen endlich wieder ihre Routinen aufnehmen, es wieder laut wird in der Stadt und geschäftig. Irgendwas gemacht wird, um nicht mit der Leere und der Unsicherheit konfrontiert zu sein. Und mit der Herausforderung, etwas anders zu machen.

Dieses intensive Innehalten über einen längeren Zeitraum hat das Potential, uns zu zeigen, „was wirklich ist“. Wie ist unser Verhältnis zu unseren Kindern wirklich? Wie ist unser Verhältnis zu unserem Job? Wie sicher ruhen wir in uns und wie flexibel können wir auf unerwartete Veränderungen im Außen reagieren?

Mir ist klar, dass es derzeit für einige Menschen wirklich existentiell ist und sie sich um ihre wirtschaftliche und emotionale Existenz sorgen. Das kann ich verstehen und ich achte es auch. Tatsächlich denke ich, ist diese Unsicherheit die ganze Zeit da gewesen; sie wird nur sichtbar durch so einschneidende Veränderungen und Unsicherheiten in der äußeren Welt. Daher meine ich, zeigt uns die Zeit heute, „wie es wirklich ist“. Wie es in uns und mit uns wirklich aussieht. Wir haben uns eine Welt geschaffen, in der wir diese Unsicherheit, die Leere und die Angst verdecken. In der wir alles tun, um nicht damit in Kontakt kommen zu müssen.

Unsere Chance

Darin liegt für mich die Chance dieser Herausforderungen! Ich sehe Menschen, die wünschen sich nichts sehnlicher, als dass bald alles wieder so wird wie früher. Und ich sehe Menschen, die sehen die Chancen, etwas anders zu machen. Freiheit in der Bildung, Freiheit darin, ehrliche Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen, Alternativen zum „normalen Job“ zu finden, Unsicherheit aushalten und als einen Motor zur Weiterentwicklung anzunehmen.
Plötzlich ist es möglich, dass Menschen zu Hause arbeiten, weniger arbeiten, weniger konsumieren, sich weniger im Schulgebäude aufhalten müssen.

Das ist unsere Chance.

Unsere Fahrt

Am Wochenende schleppte sich der Umbau etwas, dafür waren wir am See und unterwegs. Es war wie ein Vorgeschmack auf unsere Reise und so langsam kann ich es kaum erwarten!

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